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Im Vorliegenden wird der Versuch unternommen, einige Gesichtspunkte zur Psychodynamik der direkten und indirekten Selbstzerstörung zu untersuchen.
Obgleich die psychoanalytische Forschung im Laufe der letzten Jahrzehnte bei der Aufhellung unseres Verstehens des Suizids wie auch anderer Formen von Selbstzerstörung erhebliche Fortschritte erzielte, hat man es bislang noch nicht zu einer einheitlich psychologisch fundierten Suizidtheorie gebracht. Die Auffassungen hierüber sind noch sehr vielfältig und schließen eine erhebliche Anzahl unterschiedlicher menschlicher Verhaltensformen in sich ein. Sie variieren zwischen den einzelnen Kulturkreisen hinsichtlich der Strenge in der Auffassung von einer versuchten oder vollzogenen Selbstzerstörung.
Durch die eben erwähnte unterschiedliche Auffassung vom versuchten oder vollzogenen Suizid muß es einen nicht wundern, daß dieses Problem an sich schon recht früh zur analytischen Bearbeitung anregte. Schon bald berief Freud (1910) ein Symposium ein, das sich mit dem Selbstmord befassen sollte. Es hat aber keine wesentliche Klärung des Problems erbracht, denn in seinem Schlußwort führte Freud aus:
“… ich habe den Eindruck, daß wir trotz all des wertvollen Materials, das hier vorgebracht wurde, zu einer Entscheidung über das uns interessierende Problem nicht gekommen sind. Wir wollten vor allem wissen, wie es möglich wird, den so außerordentlich starken Lebenstrieb zu überwinden; ob dies nur mit der enttäuschten Libido gelingen kann, oder ob es einen Verzicht des eigenen Ichs auf seine Behauptung aus eigenen Ich-Motiven gibt. Die Beantwortung dieser psychologischen Frage konnte uns vielleicht darum nicht gelingen, weil wir keinen guten Zugang zu ihr haben … Verzögern wir also unser Urteil, bis die Erfahrung diese Aufgabe gelöst hat.”
In der Folgezeit haben dann Freud (1916) und Abraham (1924) eine Theorie für die Psychodynamik der Suizidhandlung aufgestellt, durch welch