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Herrn Meerweins Arbeit enthält, wie ich glaube, sowohl einen wichtigen Beitrag zum Problem der Aggression schlechthin, wie zu dem ihrer Deutung. Ich schließe mich im wesentlichen seiner Meinung an und möchte nun einige der von ihm angesprochenen Gedankengänge ein Stück weiter verfolgen. Wenn ich auf andere Möglichkeiten in der technischen Handhabung der Aggression hinweise, so werden sie zuletzt doch Herrn Meerweins Ausführungen über die Behandlung narzißtischer Patienten mittelbar bestätigen; so, wie die Beleuchtung des Hintergrundes unvermeidlich wieder die Figur hervorhebt.
Der Themenbereich von Herrn Meerweins Abhandlung ergibt sich schon aus seinen einleitenden Bemerkungen. In etwas veränderter Reihenfolge weisen sie uns auf die drei folgenden Hauptthemen: (1) Technik der Aggressionsdeutung in Hinsicht auf bestimmte Fehlentwicklungen in den frühen, jedenfalls prä-ödipalen Stadien der Persönlichkeits- und damit auch Aggressionsentwicklung. Dies war der eigentliche Gegenstand von Herrn Meerweins Ausführungen.
(2) Natur und Ursprung der Aggression, die mit dem Fortschritt der Psychoanalyse ständig vielfältiger und vieldeutiger, aber seit ihren klassischen Anfängen keineswegs klarer geworden ist. Ich glaube nicht, daß die Aggression als solche in der Welt zugenommen hat, wie Herr Meerwein vermutet; eher, daß sie durch die Veränderungen sozialer, ökologischer und politischer Strukturen in diesem Jahrhundert fähig geworden ist, sich in ihren Wirkungen in einem fürchterlichen Maß zu potenzieren. Aufgrund der vorhin erwähnten Umstände haben sich offenbar auch Ausdruck und Kontrolle der Aggression wesentlich verändert. Ich vermute, daß dies mit Veränderungen in der Struktur und Funktion des Über-Ichs einhergeht. Die janushafte Stellung des Über-Ichs spielt dabei eine wichtige Rolle: denn es ist sowohl eine individuell-psychologische Struktur, die zugleich nicht nur den Einfluß der Sozietät, ihrer Werte und Widersprüche unvermeidlich zeigt, sondern auch in ihren Funktionen