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Der vorliegende Aufsatz verfolgt die Entwicklung eines jungen Mannes in den ersten neunzehn Jahren seines Lebens. Aufgrund der familiären Lage lebte er nicht im Bezugssystem Vater-Mutter-Kind, sondern vom ersten Tage seines Lebens an in Heimen. Unterbrochen wurden die dauernden Heimaufenthalte lediglich durch einen dreijährigen Aufenthalt in einer Pflegefamilie.
Die Schädigungen seiner Persönlichkeit, die durch die Lebenssituation entstanden sind, prägen die Verhaltensweisen des jungen Menschen im anfangenden Erwachsenenalter. Es sind dissoziale Verhaltensweisen und da, wo sie strafrechtlich sanktioniert sind, kriminelle.
Das relativ umfangreiche Material über diesen jungen Mann macht es möglich, Zusammenhänge aufzuzeigen zwischen den frühkindlichen Entwicklungsstörungen, den Reaktionen der späteren Sozialisationsinstanzen und den dissozialen Verhaltensweisen heute. Es wird weiterhin deutlich werden, wie die Bedingungen der öffentlichen Erziehung Menschen geradezu zu dissozialen Verhaltensweisen prädestinieren.
Die unmittelbaren interpersonellen Beziehungsbedingungen in der öffentlichen Erziehung werden im folgenden anhand des Materials näher erörtert und ihre Folgen für die Entwicklung der Persönlichkeit des jungen Mannes aufgezeigt.
Zu diesen kommen in der öffentlichen Erziehung weitere Merkmale, die die Entwicklung einer Persönlichkeit beeinflussen:
Die Beziehung zum Kind ist in der öffentlichen Erziehung ein Dienstverhältnis und keine gewollte emotionale Beziehung. Das Kind ist Objekt der Arbeit, wofür das Personal bezahlt wird, bzw. Objekt der Barmherzigkeit, wenn das Personal um eines “höheren Wertes” willen sich dem Kind zuwendet.
Die Beziehungssysteme, in denen das Kind sich entwickelt, sind nicht verläßlich. Erfordert die Belegungszahl eines Heimes bzw. der Personalstand eine Verringerung bzw. Vergrößerung der “Kapazität”, so wird das Kind “verlegt”. Im vorliegenden Fall wurde das Kind innerhalb seines ersten Lebensjahres - unter Berücksichtigung eines