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Der Begriff “Sexualobjekt” wurde von Freud erstmals 1905 in dem Aufsatz “Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie” verwendet. Im Zusammenhang mit seiner Analyse des Triebkonzepts erörterte er: “Führen wir zwei Termini ein: heißen wir die Person, von welcher die geschlechtliche Anziehung ausgeht, das Sexualobjekt, die Handlung, nach welcher der Trieb drängt, das Sexualziel …” (S. Freud, 1905).
Freud hat in seinem triebpsychologischen Konzept im Hinblick auf das Objekt eindeutig auf dessen “Zufälligkeit” hingewiesen. Dem Sexualobjekt wird keine andere Bedingung auferlegt, als diejenige, ein Mittel zu sein, das unmittelbare Triebbefriedigung verschafft. In diesem Sinn ist es austauschbar und erfährt keine libidinöse Konstanz. Das Objekt erhält jedoch im Laufe der Triebentwicklung spezifische Bedeutung in der Geschichte des Subjekts, dann fungiert es als exklusive Befriedigungsquelle (J. Laplanche und J.-B. Pontalis, 1967). Die Interaktionen Subjekt-Objekt bestimmen jetzt das weitere Triebschicksal des Subjekts.
Dieses Postulat hat die Technik der Psychoanalyse und das Konzept der Übertragung geprägt. Soweit die Freudsche These zur Objektrelevanz.
Das gesteigerte Interesse an der Objektpsychologie seit Mitte der dreißiger Jahre ließ die Problematik der Objektbeziehungen mehr und mehr in den Mittelpunkt der psychoanalytischen Überlegungen rücken. Die Einsichten in die grundlegende Rolle, die dem Objekt für die Ich-Entwicklung des Subjekts von ihrem Beginn an zukommt, hat eine Modifizierung des Objektbegriffs zur Folge gehabt. Das Objekt prägt die Bildung der Selbst- und Objektrepräsentanzen im Subjekt. Die Gegenübertragung wurde zu einem der wichtigsten Instrumente der analytischen Technik. S. Ferenczi kann als Pionier dieser neuen Richtung in der Psychoanalyse angesehen werden. In seinen späteren technischen Schriften forderte er den Psychoanalytiker ausdrücklich auf, sich seinem Analysand als Objekt anzubieten. In dieser Bereitschaft des Therapeuten sah er die Voraussetzung zu