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Was ich Ihnen vorbringe, sind einige bisher nicht publizierte Diskussionsbemerkungen Sigmund Freuds. Freud äußerte sie im Laufe wissenschaftlicher Sitzungen an Mittwoch-Abenden, die in Freuds Wohnung in der Berggasse vor mehr als 40 Jahren stattfanden. Ich will vorwegnehmen, daß, was ich davon bewahrt habe, eher spärlich ist und nicht einen Vortragsabend füllen würde. Doch machte Freud diese Diskussionsbemerkungen im Zusammenhang mit dem jeweiligen Thema der Sitzung und es ist daher nötig, daß ich Sie mit dem Thema jener Abende vertraut mache, an denen ich Freuds Äußerungen in Form von kurzen Notizen festhalten konnte. Sie werden bald hören, warum dies nur an wenigen Abenden möglich war.
Erst will ich Ihnen erzählen, wie diese Abende zustande kamen. Wie Sie wissen, mußte Freud im Jahre 1923 einer Krebsgeschwulst in der Mundhöhle wegen chirurgisch behandelt werden. Der erste Operateur versuchte mit einer lokalen Exzision auszukommen, die von einer lebensgefährlichen Blutung gefolgt war, und sich außerdem als ungenügend erwies. Die zweite Operation, ausgeführt von dem führenden Mundchirurgen Wiens, Professor Pichler, war radikal und extensiv und hinterließ einen ausgedehnten Defekt, da ein großer Teil des Oberkiefer-Knochens entfernt werden mußte. Es brauchte Jahre, bis eine Prothese konstruiert wurde, die den Defekt wirklich ausfüllte und es Freud ermöglichte, relativ ungehindert zu sprechen. Ich möchte dazu bemerken, daß, wann immer ich Freud sprechen hörte, oder mit ihm sprach, ich nicht wahrnehmen konnte, daß er irgendwelche Schwierigkeiten beim Sprechen hatte. Er sprach nicht sehr laut, aber seine Aussprache war klar und deutlich. Ich muß allerdings dazu bemerken, daß ich ihm erst im Jahre 1926 zum erstenmal begegnete und daher nicht feststellen konnte, ob ein merklicher Unterschied in seiner Aussprache vor und nach der Operation und Prothesenkonstruktion bestand. Seit kurzem ist eine phonographische Platte erhältlich, die eine kurze Rede Freuds in deutscher, eine