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Ich begrüsse alle Anwesenden und sage meinen besonderen Dank den öffentlichen Vertretern, die mit ihrer Gegenwart die Denkmalsenthüllung ehren.
Ich habe es mit meiner eigenen Ansprache nicht leicht, denn ich bin hier in dreifacher Eigenschaft: als Vertreter meines Vaters und meiner Familie; als Vertreterin der Europäischen Federation für Psychoanalyse; und für meine eigene Person. In jeder dieser Beziehungen ist etwas anderes zu sagen.
Für meinen Vater zuerst: ich denke, jeder junge Autor, der seine Gedanken zu Papier bringt, gleichgültig ob im Dienst der Literatur oder der Wissenschaft, hat die Wunschvorstellung, dass das Produkt seiner Bemühung als bedeutungsvoll anerkannt werden wird und dass er nicht nur die Mitwelt, sondern auch die Nachwelt zu seinen Lesern zählen kann. Wir wissen auch, dass viele dieser Männer ihren Ehrgeiz nie verwirklicht sehen und dass der Ort, wo sie gearbeitet haben, unbeachtet bleibt. Dass heute der scherzende Jugendtraum meines Vaters in Wirklichkeit verwandelt wird, ist darum eine Ausnahme, und wir dürfen fragen, wie er selbst die Erfüllung seiner Phantasie aufgenommen hätte.
Sein Verhalten zu seinen Lebzeiten gibt Antwort auf diese Frage. Er hat, was immer ihm während seines Arbeitslebens als Ablehnung, als Kritik oder als Ehrung von der Welt entgegengebracht worden ist, nicht auf seine Person bezogen, sondern auf sein Werk. Er würde auch heute sagen: die Enthüllung dieser Tafel in Anwesenheit so vieler interessierter Menschen gilt nicht eigentlich ihm; beides gilt der von ihm geschaffenen Psychoanalyse und kann als Zeichen eines wachsenden Zutrauens zu ihrer Gültigkeit gewertet werden.
Die europäische Federation für Psychoanalyse begrüsst ihrerseits diese festliche Gelegenheit als einen Schritt der Anerkennung für ihre Arbeit in Europa und vor allem in Wien. Vielleicht darf man die Hoffnung daran schliessen, dass Wien wieder auf dem Weg ist, wie in früheren Zeiten ein wissenschaftliches Zentrum für psychoanalytische Arbeit zu werden.
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