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Die Schöpfer grosser Werke erwecken häufig das Interesse an den geistigen Anregungen, die sie selbst erhalten haben.
Eine Möglichkeit, etwas darüber zu erfahren, bestünde vielleicht in der Untersuchung dessen, was sie im Laufe ihres Lebens gelesen haben. Manchmal, wie im Falle Goethes, erhält man wenigstens für bestimmte Lebensabschnitte darüber Kunde aus seinen Tagebüchern und aus den Listen der Bücher, die er der herzoglichen Bibliothek entlieh. Solche Kenntnisse der Einzelheiten sind aber nur in Ausnahmefällen erhältlich und im allgemeinen muss man sich auf die Literaturangaben, die sich in den veröffentlichten Werken eines Autors befinden, oder auf seine Bibliothek beschränken.
Deswegen soll in diesem Aufsatz manches über Freuds Bibliothek Wissenswerte dem Leser zugänglich gemacht werden.
Es dürfte allgemein bekannt sein, dass der grösste Teil der Bibliothek Freud s derzeit an zwei verschiedenen Stellen aufbewahrt wird. Ein Teil befindet sich in Hampstead, London, wo Freud sein letztes Lebensjahr verbrachte und der andere Teil im New York State Psychiatric Institute in New York City.
Zunächst soll kurz die bisher über diesen Gegenstand veröffentlichte Literatur referiert werden. Trosman und Singer (1973) haben einen Katalog, der 701 Nummern (1100 Bände) der sich in Hampstead befindlichen Bibliothek Freuds veröffentlicht. 250 Titel psychoanalytischer Werke sind darin nicht eingeschlossen.
Lewis und Landis (1957) haben einen Artikel über Freuds Bibliothek, so weit sie sich in New York befindet, veröffentlicht. Er enthält einen Abdruck des Katalogs, den Heinrich Hinterberger (siehe später) aussandte und der die Bücher im New York State Psychiatric Institute umfasst.
Lobner (1975) berichtet über die Bücher aus Freuds Besitz im Sigmund Freud Haus. Brückner (1961-1963) hat einen Aufsatz über Freuds Privatlektüre geschrieben.
Schliesslich, obwohl es nur indirekt zu unserem Thema gehört, soll auch eines Essays (Freud, 1960, pp. 267-269) gedacht werden, in dem Freud über Bücher