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1923 - Die junge erste deutsche Republik kämpft um ihre Existenz. Frankreich besetzt das Ruhrgebiet. Die Mark verliert jeden Tag mehr an Wert und verschwindet ins Nichts. Hitler und seine Hetzgenossen bereiten sich auf die missglückte Generalprobe der Machtübernahme vor. Die Kommunisten auf der einen Seite und die Deutsch-Völkischen (neuerdings Nationalsozialisten) auf der anderen Seite zerren an dem in Auflösung begriffenen sozialen Gewebe von Volk und Staat. In diesem Tohuwabohu hört der jüdische blutjunge Weltkriegsveteran und überzeugte “Deutsch-Jugendbewegte” Erich Leyens aus Wesel, dass Hans Blüher, der Papst der deutschen Jugendbewegung, den Juden, d.h. also Erich Leyens, das Recht abspricht, wahre Deutsche, Teil deutscher Jugendbewegung, zu sein. Derselbe Hans Blüher, der schreibt: “… dass einige ganz grosse Leistungen der Wissenschaft dieser Tage von Juden (Sigmund Freud, Wilhelm Fliess, Albert Einstein) stammen…” (Hans Blüher, Deutsches Reich, Judentum und Sozialismus, Prien ), erklärt: “Man kann nicht zugleich den jüdischen und den deutschen Weg gehen. Jedes Volk, das der Stimme der Juden Gehör leiht, ist verloren.” (Hans Blüher, Secessio Judaica, Potsdam ).
Erich Leyens Welt stürzt zusammen. Freud muss helfen, Blüher zur Vernunft zu bringen, und Erich Leyens, der Veteran aus Wesel, schreibt an Herrn Professor Freud, schildert sein Leid und fleht um Hilfe. Als Absender gibt er an: Leyens, Wesel. Freud, der seine Zeit und