You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Man hat mich aufgefordert, hier - entsprechend dem Geist dieser Kolloquien - einen Vortrag über Ferenczis Abweichung zu halten, und ich habe nicht gezögert, diesem Vorschlag nachzukommen. Einige könnten die Sichtweise, die ich dazu eingenommen habe, kritisieren. Jedoch, die Tatsachen bestehen, und ich enthalte mich vor ihnen jeder subjektiven Auswahl, die mich dazu bringen würde, aus persönlichen Gründen von zwei einander widersprechenden Bildern Ferenczis das eine anzunehmen und das andere wegzuzaubern.
Ich persönlich wäre geneigt, über Ferenczis am meisten umstrittene Werke, seine “Geistesverirrungen” einen Schleier zu werfen, um nur seine so glänzenden Werke, seine so hell leuchtenden Texte, seine zweifellos vom Genie inspirierten Gedanken zurückzubehalten. (Ich empfinde für Ferenczi eine alte Freundschaft, mit der es nur noch meine Bewunderung für ihn aufnehmen kann. Ich habe als erster in Frankreich für das Psychoanalytische Institut eine gewisse Zahl seiner Texte übersetzt oder übersetzen lassen. Vielleicht befinden sie sich noch immer in unserer Bibliothek. Ich habe sie in das Programm des Seminars aufgenommen, das ich während meiner kurzen Lehrtätigkeit am Institut vor nunmehr 20 Jahren leitete. Und das geht so weit, dass ausländische Kollegen, die meine Arbeiten kennen, mich für einen Analysanden Ferencis halten. Das trifft sich mit meinen eigenen psychoanalytischen “Familienroman”, ohne mich jedoch daran zu hindern, die Verdienste meines wirklichen Analytikers anzuerkennen.)
Ich werde die im Werke Ferenczis tatsächlich enthaltenden Widersprüche untersuchen und versuchen, dieses verwirrende Phänomen in seinen Ausmassen zu verstehen. Wenn der - wenigstens in meiner Einschätzung - gross te Meister der Psychoanalyse nach Freud in eine Art Abweichung hineinstrauchelt, muss uns diese Abweichung schon wegen ihrer Grösse interessieren, dies noch umso mehr, da wir die Gelegenheit gehabt haben, die eigentliche Genese des Phänomens gewissermassen in
* Vom Verfasser durchg
Page
* Vom Verfasser durchg