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Als S. Freud 1900 durch die Veröffentlichung seiner “Traumdeutung” den erzählten Traum als Bedeutungsträger einer zunächst verborgenen Aussage zum legitimen Objekt einer “Wissenschaft vom Traum” machte, war der Gegenstand dieser neuen Wissenschaft zunächst recht umstritten. Wenn auch in früheren Epochen und anderen Kulturkreisen dem Traum eine positive Wertschätzung entgegengebracht wurde, so verbot doch die “Konventionalisierung des Denkens” (Schachtel, 1947) der Neuzeit, in jenen flüchtigen Gebilden mehr als sinnlose Abbilder unnützer Geistestätigkeit zu sehen. Freud zollte diesem Zeitgeist seinen Tribut, indem er die Unterscheidung von manifestem Trauminhalt und latenten Traumgedanken einführte. Im manifesten Traum, der durch die psychologischen Eigenheiten des Schlafes und durch die Eingriffe der Zensur aus den latenten Traumgedanken geformt wird, kann die Sinnlosigkeit der Träume gut angesiedelt werden; sie brauchte dort nicht bekämpft zu werden.1
Freud ging es um die verborgene Aussage, die im manifesten, erinnerten Bild nur chiffriert wiedergegeben wird. So konnte das Programm der Traumdeutung dann auch folgendermassen gekennzeichnet werden:
“Traumgedanken und Trauminhalte liegen vor uns wie zwei Darstellungen desselben Inhaltes in zwei verschiedenen Sprachen, oder besser gesagt, der Trauminhalt erscheint uns als eine Übertragung der Traumgedanken in eine andere Ausdrucksweise, deren Zeichen und Fügungsgesetze wir durch die Vergleichung von Original und Übersetzung kennenlernen sollten” (Freud, 1900, S. 283).
Den hier thematisierten Umformungsprozess nennt Freud “Traumarbeit”, bei dem nach bestimmten Übersetzungsregeln2 die Transformation