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Wir sind dem Direktor des Leo-Baeck-Instituts New York, Fred Grubel, dafür zu Dank verpflichtet, dass er uns drei Freud-Korrespondenzen aus dem Archiv des Instituts zur Verfügung gestellt hat. Für mich Anlass genug, der Aufforderung der Schriftleitung des “Jahrbuchs der Psychoanalyse” zu folgen und zu ihrer Bedeutung für uns Analytiker einige Bemerkungen hinzuzufügen. Grubel beschränkt sich jedoch nicht auf die Wiedergabe des Briefwechsels, aus dem übrigens der bedeutendste Brief Freuds bereits 1956 mit einem Vorwort von W.G. Niederland (The Psychoanalytic Quarterly 25, 147) veröffentlicht worden ist, sondern fügt ihn in den Rahmen eines Aufsatzes ein, der wohl als Erläuterung gedacht ist, jedoch dem Leser, der weniger mit der Materie verbunden ist als der Direktor des Leo-Baeck-Instituts, allzu kursorisch erscheinen muss. Darum sind einige Hinweise besonders für die Angehörigen der jüngsten zwei Generationen unabdingbar, denen die Situation, wie sie vor nunmehr 55 Jahren bestand, erfahrungsgemäss ein Buch mit sieben Siegeln ist. Sollen sie den Briefschreiber Erich Leyens, dem durch eine Veröffentlichung Hans Blühers 1922 die Welt zusammenstürzt, als typischen jungen deutschen Juden betrachten? Uns will scheinen, dass er die Nachkriegsvorgänge und insbesondere die intellektuellen Auseinandersetzungen in der deutsch-jüdischen Jugend im übrigen Deutschen Reich nicht genügend beachtet hat. Zur Zeit des fragwürdigen Wandels eines Blüher hatte der gesellschaftliche Druck der akademischen Verbände und der Jugendbewegung die besten Teile der jüdischen Jugend in Deutschland längst zu einer Renaissance geführt, deren Äusserungen organisatorisch an der Gründung der jüdischen Jugendbewegung “Blau-Weiss”, dem Turnverein “Bar Kochba” und der Akademikerverbindungen K.J.V. und B.Z.K. zum Ausdruck kamen. Keinem dieser jungen Juden, die sich nach intensivem Studium der Geschichte und der Psychologie des Antisemitismus gegen die herrschenden Modelle der Assimilation eines “Central-ve