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Liebe Kolleginnen und Kollegen.
Die Wiederkehr von Krieg und Verfolgung in Psychoanalysen ist nur ein Teil der Wiederkehr der Beschäftigung mit Krieg und Verfolgung auf der politisch-gesellschaftlichen Ebene, die hierzulande mit wechselnder Intensität regelmäßig zu beobachten ist. Beide besitzen die Charakteristika der Wiederkehr des Verdrängten. Der zugrundeliegende Wiederholungszwang offenbart sich in der Polarität von Erinnern und Wiederholen im Leben und im psychoanalytischen Prozeß. (W. Loewald . 24. Internationaler Psychoanalytischer Congreß, Amsterdam.)
Es ist auffallend, daß die Verfolgungen des Nazi-Regimes und die tiefgehenden psychischen Schädigungen, die sie verursachten, erst verhältnismäßig spät in systematischer Weise untersucht wurden. Es ist, um ein Wort von J.S. Kestenberg (auf dem workshop Berlin ) zu gebrauchen, bei den Analytikern eine Art «Latenzperiode» nötig gewesen, um sich mit dem unvorstellbaren Grauen beschäftigen zu können. Jedenfalls dauerte das Intervall bis in die 60er Jahre. Neben den individuellen Veröffentlichungen trat die Problematik der psychischen Folgeerscheinungen zuerst 1965 auf dem 24. Kongreß der International Psychoanalytical Association in Amsterdam als Gegenstand der offiziellen wissenschaftlichen Verhandlungen auf und wurde auf dem 26. Kongreß 1969 in Rom und auf dem 27. in Wien 1971 weitergeführt.
Die damals gewählte Formulierung Sequelae of Man - Made Disasters sollte klarmachen, daß es sich nicht um bloße Folgen, sondern eben um sequelae, d.h. nach Auskunft des Oxford Dictionary, um die pathologischen, morbiden Zustände bei ihnen handele.
Die genannten Arbeiten beschäftigen sich fast ausschließlich mit den sequelae der extremen Verbrechen der Verfolgungshandlungen auf ihre Opfer, die Folgen für die Verfolger sind kaum berücksichtigt worden und schon gar nicht die für ihre Nachkommen. Das Auffallende, von dem ich sprach, wird also verständlicher, wenn man der unvorstellbaren Grausamkeit der Verfolgung und ihres totalen A