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Im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte begegnet man nicht nur einer Veränderung in der Struktur der Neurosen, sondern auch einer Veränderung in der psychischen Struktur der Frau. Sie findet ihren Ausdruck in der veränderten Beziehung der Frau zu ihrem männlichen Partner, in der Weigerung, sich auf die «typisch weibliche» Rolle der Ehefrau und Mutter begrenzen zu lassen, aber auch in dem Wunsch, die der eigenständigen weiblichen, psychosexuellen Entwicklung wesensgemäßen Werte, Anliegen und Bedürfnisse besser erfassen und wirksam werden lassen zu können. Für Frauen, die diesem sich anbahnenden neuen Charakterbild entsprechen, bedeutet Partnerschaft eine Verbindung zweier gleichwertiger Individuen mit einer breiten Basis vergleichbarer Interessen, Fähigkeiten und Autonomiebedürfnissen. Die Unterschiede der beiden Partner sind durch ihre Geschlechtszugehörigkeit als Mann und Frau gegeben, deren anatomisch und biologisch unterschiedlich angelegte Sexualorgane und Fortpflanzungsaufgaben auch ihren psychischen Niederschlag finden und in bestimmten Differenzierungen, sowohl der Art des Erfahrens und Erfassens der Welt als auch der Wertvorstellungen resultieren. Diese Frauen haben einen freieren, expansiveren Zugang zu ihrer Sexualität und ihren eigenen sexuellen Bedürfnissen und eine veränderte Kenntnis und Einschätzung ihres weiblichen Sexualorgans. Durch ihren Eingang ins Berufsleben, durch ihr politisches, kulturelles und gesellschaftliches Interesse und Engagement - früher Domänen des Mannes - erweist sich ihre Fähigkeit zur Sublimierung, zu kritischem Urteilsvermögen und läßt eine im Vergleich zu früher veränderte autonome Ich- und Über-Ich-Entwicklung erkennen. Diese sich langsam entwickelnde neue Charakterstruktur der Frau kann nicht in Begriffen wie «phallische Frau» oder «Maskulinisierung» erfaßt werden. Sie ist das Resultat soziologischer Veränderungen, die nicht zuletzt darauf zurückzuführen sind, daß die Enttabuisierung der Sexualität durch Freud, seine Entdeckun