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Die Diskussion über die Psychoanalyse als wissenschaftliche Disziplin hat in den letzten Jahren in der ganzen Welt eine große Intensivierung erfahren. Je deutlicher im allgemeinen Bewußtsein die Tatsache wird, daß die Psychoanalyse als psychologisches System einen großen Einfluß auf die psychosoziale Profession wie auch auf die zeitgenössische Kultur ausgeübt hat und noch weiter ausüben wird, desto mehr fällt der Umstand auf, daß auch nach über 70 Jahren seit der Entstehung dieses theoretischen und praktischen Systems fundamentale Konzepte noch kontrovers beurteilt werden (s.d. Meehl, 1973, S. 104). Es dürfte jedoch nicht übertrieben sein, Freuds ersten Versuch, die neurotischen Symptome prinzipiell anders zu erklären, als seine Zeitgenossen, als wissenschaftliche Revolution zu bezeichnen. Vor Freuds Versuchen betrachtete die Psychiatrie hysterische Symptome als Ergebnis einer «degenerierten Konstitution», als Folge einer somatischen Anlage. Freuds entscheidender Beitrag zur Entwicklung der psychologischen Forschung bestand in der Ausarbeitung zweier Annahmen: Hysterische Symptome seien primär als psychische Phänomene, wenn auch nicht notwendigerweise als bewußte Phänomene, und sie seien als sinnvolle seelische Gebilde zu betrachten. Die Postulate vom Psychologismus und Determinismus sind, wie Mayman (1973) hervorhebt, die beiden wichtigsten Postulate, auf denen die Psychoanalyse noch heute ruht1.
Die Einführung dieser beiden Annahmen, welche Hand in Hand mit der Entwicklung einer hierfür notwendigen Beobachtungsmethode ging, stellt den entscheidenden Wendepunkt und das methodologisch neue Paradigma dar. Es ist einer der zentralen Widersprüche in der Entwicklung der psychoanalytischen Theorie und Praxis, daß Freud einerseits als bedeutender und scharf denkender Methodologe in die Geschichte der Wissenschaftstheorie eingeht (s.d.a. Kaplan, 1964, der Freuds Argument gegen eine frühzeitige Formalisierung und strenge