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Hanns Sachs teilte 1947 eine Anekdote mit, die Freud dazu verwendet hatte, ihn vor übergroßer Vorsicht und Akribie in der psychoanalytischen Arbeit zu warnen. Freud hatte ihn auf den Auerhahn hingewiesen. Dieser harte Vogel der Hochgebirgswälder ist ein in jeder Beziehung zähes Tier. Frisch erlegt ist er gar nicht genießbar. Man gräbt also am besten gleich im Wald eine tiefe Grube, kleidet diese sorgsam mit Kiefernästen aus, legt den Auerhahn hinein und deckt ihn mit Zweigen völlig zu. Nach sechs Wochen nimmt man das Tier aus der Grube - und wirft es auf den Misthaufen, denn für den menschlichen Genuß hat es nun zu viel haut gout.
Freud wollte damit auf jenen Faktor hinweisen, der in der psychoanalytischen Behandlung eine so große Rolle spielt, obwohl so selten ausdrücklich darüber gesprochen wird: nämlich die Zeit. Das gilt sowohl in jenen Analysen, die wir als «endlich» erleben und zum Abschluß bringen, als auch in Fällen, die wir als «unendliche» erleiden (und mit uns der zum Freudschen Auerhahn gewordene Patient). Gerade in der Beendigungsphase der analytischen Kur wird die Bedeutung des Psychoanalytikers für seinen Patienten, seine Gefühle und Haltung, seine Gegenübertragung, viel unmittelbarer als am Anfang oder in der Mitte der Behandlung.
Auf das Element der Zeit hat Ferenczi (1927) Bezug genommen, als er postulierte, die Analyse müsse sozusagen endlose Zeit zur Verfügung haben - nicht im physikalischen Sinn, sondern in jenem psychologischen Sinn eines Entschlusses, «wirklich solange auszuhalten, als es überhaupt notwendig ist, unbekümmert um die absolute Dauer der Zeit».
Ferenczi wußte dabei sehr wohl, daß es Fälle gibt, in denen die Patienten diese Zeit- und Terminlosigkeit ausgiebig mißbrauchen. Schon damals wies er auf die Bedeutung des Durcharbeitens gegenüber dem bloßen Erinnern und Wiedererleben hin. Andererseits vertrat er hinsichtlich des zeitlichen Arrangements die Meinung, daß eine Kündigung - durch den Analytiker oder durch den Patienten - immer nur