You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Viele der in dieser Arbeit* geäußerten Ansichten sind früher von anderen in irgendeiner Form dargelegt worden. Um die Auslassung von spezifischen Belegstellen (bis auf sehr wenige Ausnahmen) zu erklären, kann ich nichts besseres tun als aus Breuers Einführung zu seinem theoretischen Kapitel in den „Studien über Hysterie“ zu zitieren (Breuer und Freud, Fischer-Taschenbuch S. 149-150):
Wenn eine Wissenschaft rasch nach vorwärts schreitet, werden Gedanken, die zuerst von einzelnen ausgesprochen wurden, alsbald Gemeingut. So kann niemand, der heute seine Anschauungen über Hysterie und ihre psychische Grundlage darzulegen versucht, es vermeiden, daß er eine Menge Gedanken anderer ausspreche und wiederhole, die eben aus dem Individualbesitz in den Gemeinbesitz übergehen. Es ist kaum möglich, von ihnen immer zu konstatieren, wer sie zuert ausgesprochen hat, und auch die Gefahr liegt nahe, daß man für eigenes Produkt hält, was von anderen schon gesagt worden ist. So möge es entschuldigt werden, wenn hier wenig Zitate gebracht werden und zwischen Eigenem und Fremdem nicht streng unterschieden wird. Auf Originalität macht das wenigste von dem Anspruch, was auf den folgenden Seiten dargelegt werden soll.
Wir nehmen an, daß der Ödipuskomplex - psychische Vertretung einer zentralen, triebhaft motivierten, triangulär konflikthaften Konstellation der Kind-Eltern Beziehung - während der Latenzzeit abgesetzt wird oder vorübergehend an manifester Bedeutung verliert. Das Verschwinden oder der Rückgang des Komplexes war das Thema von Freuds Arbeit (1924), „Der Untergang des Ödipuskomplexes“. In den „Collected Papers“ wird der Titel als „The Passing of the Ödipus Complex“ (Das Dahinschwinden des Ödipuskomplexes) übersetzt, in der