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1.1 Klinisch bezeichnen wir mit Psychosomatose jene sieben „heiligen“ psychosomatischen Erkrankungen, die psychoanalytisch am besten erforscht sind (F. Alexander, 1951), nämlich Asthma, Ulcus, Colitis, Hypertonie, Arthritis, Ekzem und Hyperthyreose. Im Sinne einer neuen „Siebener-Kombination“ möchte ich statt Arthritis und Hyperthyreose die sicher psychosomatisch bedingten Eßstörungen Adipositas und Anorexie dieser Serie hinzufügen. - Im weiteren Sinne zählt zu den psychosomatischen Störungen das sogenannte funktionelle Syndrom, innerhalb dessen sich ebenfalls psychische Störungen körperlich manifestieren. In der ersten Gruppe der Psychosomatosen im engeren Sinne kommt es in jedem Fall zu manifesten organischen Strukturläsionen im Sinne einer letztlich somatischen Reaktion. Dazu greift der Organismus erst, nachdem Psychoreaktive, neurotische und andere psychische Regulationsmechanismen wie zum Beispiel Drogenabhängigkeit und delinquentes Verhalten versagt haben. Die funktionellen Syndrome nehmen zwischen Psychosomatosen und Neurosen insofern eine Mittelstellung ein, als hier die Weggabelung psychische oder somatische Reaktionen dadurch unentschieden bleibt, daß in „stabiler Instabilität“ oder „diffuser Bestimmtheit“ eine Reaktionsweise gewählt wird, die zwischen organischem und psychischem Bereich angesiedelt ist, beziehungsweise Teile beider Bereiche umfaßt.
1.2 Psychodynamisch gesehen handelt es sich bei den Psychosomatosen und beim funktionellen Syndrom um eine präödipale Störung, im strengen Gegensatz zur Neurose, hinter der sich als „Kern-Komplex“