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Bonn, den 7. Juli 1979
Sehr geehrter Herr Eissler,
Ich danke Ihnen sehr für Ihre ausführliche und sehr anregende Stellungnahme zu meinem Buch, sowie für die beiden Separata, die ich mit getrennter Post erhielt. Ihre lobenden Worte haben mich natürlich besonders gefreut, aber ich bin Ihnen auch für alle kritischen Bemerkungen sehr verbunden. Ich empfinde Ihre Kritik als sehr konstruktiv und werde sie - falls es zu einer weiteren Auflage kommen sollte - mit großer Sorgfalt berücksichtigen. Vor allem werde ich selbstverständlich die Anmerkung von S. 212 in Ihrem Sinne ändern.
Sie haben recht: Es ist sicher für den Leser mühsam, immer wieder hypothetische Annahmen über wichtige Zusammenhänge präsentiert zu bekommen, was auch den Stil durch die gehäuften rhetorischen Fragen belastet. Ich habe das eigentlich Unmögliche versucht, eine Vielzahl von denkbaren, einander bedingenden Hintergrundsvariablen auf verschiedene Weise zu verknüpfen und daraus Schlüsse zu ziehen. Dabei ist oft eine der mehreren plausiblen Deutungen unvereinbar mit einer anderen. Dazu kommt, daß ich selbstverständlich bestimmte Präferenzen für die Interpretation habe, die mir einige dieser Erklärungen plausibler als andere erscheinen lassen, was dann wiederum nicht mehr von mir in Form einer Hypothese, sondern als Faktum formuliert wurde - ein Vorgehen, das Sie zu recht kritisieren. Ich werde auch da bei einer möglichen Neuauflage einige Passagen, vor allem die von Ihnen erwähnten, überarbeiten. Es ist zwar mein Wunsch, meine Rekonstruktion des „zerstörten Mosaiks“ (S. 206) als möglichst schlüssig darzustellen, es darf aber dabei nicht der Eindruck entstehen, als behaupte ich, dies sei die einzig wahre Rekonstruktion. Allein die Publikation weiterer bisher unveröffentlichter Briefe Freuds (z. B. der Familienkorrespondenz) dürfte ja das Bild in