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Nach einer utopischen Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Gesundheit völliges körperliches, psychisches und soziales Wohlbefinden. Wenige Menschen sind danach wirklich „gesund“. Beschwerden sind offensichtlich normal und stellen noch keine Krankheit dar. Huygen (8 S: 684 ff), Universitätslehrer für hausärztliche Medizin in den Niederlanden und während 35 Jahren als Hausarzt tätig, griff 1970 aus seiner Kartei zufällig 854 Patienten heraus und stellte fest, daß 88% ihren Gesundheitszustand als gut bezeichneten und nur 1,5% ausgesprochen schlecht. Von diesen 88%, die sich selbst als gesund erlebten, wiesen aber 95% Symptome auf wie Fuß- oder Beinbeschwerden bei längerem Stehen, Nervosität, Angst, Übergewicht, Ermüdbarkeit, Muskelschmerzen, Hautinfektionen, Rücken- und Kopfschmerzen oder deprimierte Stimmung. Im Mittel schilderte jeder dieser „subjektiv Gesunden“ fünf Symptome. Arztliche Hilfe wurde aber nur für 8% der Beschwerden in Anspruch genommen. Psychische Stabilität der Eltern, die Qualität ihrer ehelichen Beziehung und das Verhältnis zu den Kindern waren entscheidend, ob der Arzt gebraucht wurde oder die Familie dem „Gesunden-Kranken“ selbst helfen konnte. Huygen publizierte diese Forschung 1980.
Biener, Roschewski und Schär (7 S: 401 ff) vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich veröffentlichten völlig unabhängig fast zur gleichen Zeit wie Huygen im März 1980 eine Repräsentativstudie an 1033 in der Schweiz berufstätigen Frauen im Alter von 20-65 Jahren. Jede vierte dieser arbeitenden Frauen stand in ärztlicher Behandlung. 35% der Behandelten litten an Kopfschmerzen, 25% an Verstopfung und 21% an Hallux valgus, während auch Krampfadern (18%) recht häufig waren. Hypertonie wurde bei 12% gefunden, aber nur selten (3%) behandelt. Zur gleichen Zeit standen etwa 21% berufstätige Männer in ärztlicher Behandlung. Bei den Frauen fällt noch auf,