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Der Begriff des Narzissismus und seine Funktion im psychischen Apparat können nur in Abhängigkeit von der Trieblehre studiert werden. Beide sind eng aufeinander bezogen und voneinander abhängig, nicht nur deshalb, weil der Narzissismus ausdrücklich als eine Ergänzung zur 1. Triebtheorie (1) eingeführt wurde (2), sondern auch weil alle folgenden Stufen ihrer Entwicklung das Schicksal des Narzissismus-Begriffes ausgesprochen oder implizit mitbestimmt haben. Die Schwierigkeiten und Widersprüche in den verschiedenen Auffassungen des Narzissismus spiegeln nur die Unklarheiten wieder, die der Trieblehre anhaften, dem „bedeutsamsten, aber auch dem unfertigsten Stück der psychoanalytischen Theorie“, wie Freud sagt (15).
Die 1. Triebtheorie (1) kennt zwei Gruppen von Trieben, die Sexualtriebe und die Ich-, wir wollen besser sagen, die Selbsterhaltungstriebe. Hier haben wir es mit einem wahren dualistischen Konzept der Triebtheorie zu tun, das die meisten Autoren in den sich folgenden drei weiteren Schritten der Theoriebildung Freuds wiederzufinden meinen (3). Die Ergänzungen zur 1. Triebtheorie (2. 4.) wurden nicht mit der Absicht oder aus dem Bedürfnis heraus unternommen, neue Begriffsbestimmungen vorzunehmen.