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Rijksmuseum Amsterdam. Ein Unbekannter spricht mich vor einem Rembrandt an; ich vermute einen Maler, nicht nur wegen des technischen Wissens, sondern wegen einer besonderen Sensibilität. Ich gestehe, daß ich Malerin werden wollte, daß aber 1933 einen Strich durch vieles in meinem Leben machte. „Gestatten Sie, Simenauer, wieder Berlin“. Ich fiel aus allen Wolken. Ein Psychoanalytiker mit einem derartigen Kunstverständnis; intuitiv im Gespräch - ohne obsessioneile Analytikerallüren! Das gibt es also noch? So geschehen im Juli 1965 im „Vorfeld“ des 24. Internationalen Kongresses der IPA in Amsterdam.
Der „Raum“, der am Anfang meiner Begegnung mit Erich Simenauer stand, wurde Wegweiser unseres weiteren Gedankenaustausches. Nicht nur, daß ich mit Freude später in Berlin Erich Simenauers Aquarelle und Ölbilder bewundern durfte; nein, die „Begegnung über den Raum“ führte noch sehr viel weiter. Ich war auf einen Kollegen gestoßen, der keine Angst vor meinen für die Psychose entwickelten „Theorien der Räumlichkeit“ hatte. Wieviele offizielle und inoffizielle „Schläge“ habe ich in den letzten 20 Jahren meiner psychiatrisch-psychoanalytischen Karriere erhalten, weil ich nicht die „Sprache der Objektrelationen“ sprach! Erich Simenauer erfaßte mein Anliegen der vor-konfliktuellen Strukturen und ermutigte mich unerläßlich, daran weiterzuarbeiten.