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Vortrag anläßlich der Gründung der „Hamburger Psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaft“ vor 25 Jahren und des 10-jährigen Bestehens des Michael-Balint-Institutes für Psychoanalyse und Psychotherapie der Freien und Hansestadt Hamburg am 10. Okt. 1980 im CCH.
Meine Damen und Herren,
jüngst sagte mir ein Berliner Taxifahrer, daß er immer, wenn er sich über einen Fahrgast ärgern müsse, in seiner Stammkneipe ein Bier hinter die Binde kippe. „Ik sublemier mir det!“ Gewiß hatte dieser prächtige Typ keine Ahnung, daß er hier aus dem Wortschatz der Psychoanalyse schöpfte, wenngleich diese Sublimierung von Affekten von Sigmund Freud seinerzeit nicht unbedingt gemeint war. Ich bringe dieses Beispiel, um zu zeigen, wie breit psychoanalytische Fachwörter bereits in die Umgangssprache Eingang gefunden haben. Tatsächlich redet heute jeder von Sublimierung, Identifikation, Projektion, Regression, Verdrängung, Fehlleistung usf., wobei gewiß nur die wenigsten wissen, daß sie sich hier des gebräuchlichen psychoanalytischen Vokabulars bedienen.
Sigmund Freud hatte vor nun rund 80 Jahren die Technik der Psychoanalyse als eine Krankenbehandlungsmethode entwickelt, deren Ziel es ist, dem Pat. verdrängte, unbewußte, nicht wirklich verarbeitete Konflikte der Vergangenheit bewußt zu machen, um ihn so zu befähigen, reifer, autonomer mit sich umzugehen, und unbeeinträchtigt von neurotischen Konflikten sowohl mit seiner inneren, als auch seiner äußeren Realität in Gegenwart und Zukunft in der ihm adäquaten Weise umzugehen.