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Die klinische Psychosomatik - wie wir sie vertreten - basiert auf der Psychoanalyse. Als theoretisches Modell für die Genese von somatischen Erkrankungen und als Behandlungsmethode kann sich diese Disziplin nur dann sinnvoll gestalten, wenn sie den Gegebenheiten der Organmedizin Rechnung trägt. Daraus ergibt sich die Forderung an den psychosomatisch tätigen Arzt, die Erkrankung des Patienten so zu erfassen, als sei diese der Ort, an dem sich kontroverse Erkenntnisse begegnen. Dabei muß dieser Arzt den Versuch unternehmen, seine Erkenntnisse gegeneinander abzuwägen und in ihrer jeweiligen Bedeutung aufeinander abzustimmen, letztlich mit dem Ziel, Krankheit als belastendes menschliches Ereignis zu verstehen. Dies soll ihn in die Lage versetzen, sich für eine entsprechende Therapie zu entscheiden. In dieser Situation wird der Psychoanalytiker in seiner Funktion als Psychosomatiker mit einer ihm primär nicht selbstverständlichen Aufgabe konfrontiert. Wenn er aber sich mit körperlich erkrankten Patienten befaßt, kann er an Theorie und Praxis der Organmedizin nicht vorbeigehen. Damit erwarte ich keinesfalls, daß der Psychosomatiker beide Ansätze, den organmedizinischen und den psychoanalytischen, beherrscht. Ein solcher Anspruch erscheint mir nahezu utopisch. Will der Psychoanalytiker aber die psychosomatische