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Als ich unternahm dieses Buch zu besprechen, wußte ich nicht, wie schwierig diese Aufgabe sein würde. Eine bloße Übersicht kann dem Werk nicht gerecht werden. Nur ein gründlicher Kommentar könnte ein angemessener Tribut für Freuds Genie sein.
Um den vollen Gehalt eines jeden Satzes auszuschöpfen, sollte man dieses Buch immer wieder lesen. Jedesmal wird der Leser neue Formulierungen entdecken, die zum Denken herausfordern.
Der Abriß scheint der letzte Versuch des Meisters zu sein, die Leitgedanken seines Lebenswerkes niederzulegen, ein Versuch sozusagen, der Nachwelt den Kern seiner Lehren zu übermitteln. Diese seine letzte Darstellung ist nicht die einzige, in welcher er seine Lehren zusammenfaßt. Veröffentlichungen wie die Geschichte der Psychoanalytischen Bewegung, Selbstdarstellung, Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse waren das Ergebnis der immer wachsamen Überprüfung seiner Funde und der ständigen kritischen Rechenschaft, die er sich über seine Lehren gab. Niemals zögerte er dabei, Irrtümer zuzugeben und zu korrigieren, Wenn er frühere Aufstellungen änderte, konnte er doch immer auf neue Probleme hinweisen, neue Horizonte eröffnen. In seinen Händen stand die Analyse niemals still, sie blieb immer lebendig und im Wachstum begriffen. Selbst in dieser letzten Arbeit hob er mit bewundernswerter Ehrlichkeit alle die Probleme hervor, welche die Analyse nicht hatte lösen können.
Von all seinen Zusammenfassungen ist der Abriß die einfachste, klarste und doch reichhaltigste.
In keiner seiner Arbeiten hat Freud jemals getrachtet, seine Gedanken anderen aufzuzwingen, Er gab ihnen Ausdruck und dann wartete er