You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Ich möchte im folgenden das Thema aufspalten in die Frage der psychoanalytischen Identität als Gruppenidentität („gefestigtes Binnenselbstverständnis der Gruppe“) und der psychoanalytischen Identität als individueller Berufsidentität. Ich möchte die These vertreten, daß sich die Identität des Analytikers bildet und erhält unter dem Schutz eines Gruppenprozesses, der weitgehend unreflektiert ist, der nur partiell mit analytischen Mitteln zu erfassen ist, der jedoch mit so starker Eigengesetzlichkeit und so durchaus problematisch wirkt, daß die Frage nach dem Verhältnis von Gruppenidentität und Identität des Einzelnen gestellt werden muß.
Religiöse Gruppen, Kirchen, Parteien zeigen einige Gesetzmäßigkeiten im Kampf um Bewahrung von Identitätsmerkmalen besonders kraß. Psychoanalytische Vereinigungen sind wegen der Ähnlichkeit ihrer Gruppenprozesse seit je, vor allem bei der Herstellung von Identität neuer Mitglieder, mit ihnen verglichen worden und hatten Mühe, sich gegen die Behauptung oder gegen den Verdacht zu verteidigen, Weltanschauungsgruppe statt wissenschaftliche Vereinigung zu sein. Ich möchte dieses Problem aufnehmen und im folgenden unter Verwendung soziologischer Einzeluntersuchungen und in Verbindung mit dem „psychoanalytischen Paradigma“ (vgl. Thomä ) dem Problem der Identitätsbildung bei neuen Mitgliedern nachgehen, d. h. der Frage, wozu überhaupt eine psychoanalytische Identität gebildet, nach innen erhalten und nach außen verteidigt werden muß. Die Antwort wird gestatten,