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Das Thema dieser Arbeitstagung erlaubt es mir, mehrere Aspekte meiner Berufserfahrung zusammenzufassen. Ich möchte die Analyse zweier Patientinnen diskutieren, vergleichen und einander gegenäberstellen. Beide Frauen waren Ende 30, verheiratet, hatten Kinder und hatten im ersten Lebensjahr an Säuglingsekzemen gelitten. Als Medizinstudentin lernte ich, daß der Begriff ‚Trauma’ für eine Schädigung des Körpers verwendet wird, bei der die Haut durch äußere Gewalt verletzt wird. Als junge Dermatologin beobachtete ich Kleinkinder und Erwachsene mit traumatisierter Haut, die ich mit äußerer Behandlung versorgte. Ich habe aus diesen Erfahrungen gelernt, daß Hauterkrankungen ebensowohl Manifestationen einer konflikthaften inneren Welt als auch einer schmerzhaften äußeren sein können. Als Psychoanalytikerin bemühe ich mich, die psychischen Traumen zu verstehen und zu mildern, die jeder Patient erleiden mußte.
Ich werde in dieser Arbeit zuerst auf direkte Beobachtungen und Erfahrungen eingehen, die ich vor längerer Zeit als Dermatologin gemacht habe, und mich dann auf das analytische Verständnis beziehen. Ich werde zu zeigen versuchen, daß das Trauma unvermeidlich die Entwicklung der inneren Welt beeinträchtigt, wenn die Haut des Säuglings in jener frühen Entwicklungsphase geschädigt wird, in der die Körperempfindungen und Körpererfahrungen den Grund für das Gefähl des Selbst legen.