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Balintgruppen (BG) haben die Aufgabe, die unbewußten Anteile der Arzt-Patient-Beziehung anhand von Patientenvorstellungen in der Gruppe bewußt zu machen. Dabei wird beim Arzt eine bessere Wahrnehmung von sich selbst gefördert. Er lernt, seine eigenen Gefühle als Reaktion auf das Verhalten des Patienten zu verstehen, und kann sie dann gezielt für eine Therapie einsetzen. Diese Beziehungsklärung zwischen Arzt und Patient, bestimmt durch wechselseitige Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomene, ist der primäre Gegenstand der Balintgruppen- Arbeit.
Die klassische BG setzt sich aus 8-10 Teilnehmern zusammen, die sich in der Regel einmal in der Woche 90 Minuten, meist unter Leitung eines Psychoanalytikers treffen. Einer der Teilnehmer trägt einen „Problemfall“ spontan aus dem Gedächtnis vor. Voraussetzung für unverkrampftes Vortragen ist nach Balint eine emotional freie und freundschaftliche Atmosphäre in der Gruppe. In der Bearbeitung des vorgetragenen „Falls“ sammeln die Teilnehmer Gefühle und Vorstellungen, die den Patienten und seine Krankheit, seine Beziehung zum Arzt, sowie seine Beziehungen zu signifikanten Anderen betreffen. So entwickelt sich ein Bild, welches dem vorstellenden Arzt seine eigenen unbewußten Anteile verdeutlichen kann, um ihm neues therapeutisches Reagieren zu ermöglichen.
Arbeiten in Balintgruppen als berufsbezogene Selbsterfahrung wurde zunächst mit praktischen Ärzten durchgeführt, später auf die Ausbildung von Sozialarbeitern, Lehrern, Theologen und anderen helfenden Berufen ausgedehnt.