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Anna Freud starb am 9. Oktober 1982 in London, kurz vor ihrem siebenundachtzigsten Geburtstag, nach vierundvierzig Jahren im Exil. Am 3. Dezember 1895 in Wien geboren, war sie dreiundvierzig Jahre alt, als sie und ihre Familie zur Emigration gezwungen wurden. Vom Ende her gesehen, kann man sagen, daß ihr Leben durch das Nazi-Regime in zwei Hälften geteilt wurde. Trotz ihrer Meisterschaft in der Beherrschung des Englischen, trotz der Tatsache, daß sie sich in Hampstead eine neue Arbeitsstätte, in London, Walberswick (Suffolk) und Baltimore (Irland) ein behagliches Zuhause geschaffen hatte, fühlte sich Anna Freud in England/Irland nie in der gleichen natürlichen Weise beheimatet wie früher in Wien.
Erst gegen Ende ihres Lebens hat sie - in der Vorrede für Muriel Gardiners Damit wir nicht vergessen (1979), im Vorwort zur deutschen Ausgabe ihrer gesammelten Schriften (1980), in der Einleitung zur Neuausgabe von Marie Bonapartes Topsy (1981) - einige leise Hinweise darauf gegeben, welchen radikalen Bruch die Emigration für sie bedeutete. Schon 1979 konnte man ihrer Gedenkrede auf Ernest Jones entnehmen, daß sie ihre Präsenz in England zeitlebens nie als etwas Selbstverständliches aufgefaßt, daß sie sich, auch der British Psychoanalytical Society gegenüber, aus Dankbarkeit für die ihr gewährte Zuflucht, stets zu Zurückhaltung und Diskretion des Gastes verpflichtet gefühlt hatte.
Rückblickend scheint mir Anna Freuds Lebensleistung nicht zuletzt