You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Daß Anna Freud anläßlich einer akademischen Feierstunde am 6. Februar 1982 die Ehrendoktorwürde der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt verliehen wurde, ist den Lesern des Jahrbuchs durch den Wiederabdruck des Dankgrußes der Geehrten in Band 14 bekannt. Nicht bekannt dagegen sind die Präliminarien und Begleitumstände, die zu diesem denkwürdigen Ereignis führten.
1979 erschien Uwe H. Peters' Biographie über Anna Freud „Ein Leben für das Kind“, in der sehr einfühlsam und mit konkreten Daten Leben und Wirken dieser einzigartigen Persönlichkeit nachgezeichnet wird. Ein Jahr später teilte ein Psychoanalytiker des Instituts für Psychoanalyse im Fachbereich Psychologie der Universität Frankfurt seinen Kollegen die auffallende Tatsache mit, daß Anna Freud zwar sieben Ehrendoktorate ausländischer, meist nordamerikanischer Universitäten verliehen bekam ( Clark-University, Jefferson College, University of Chicago, Sheffield University, Yale University, Universität Wien, Colombia University New York, sowie noch die der Harvard University Boston), keines jedoch von einer deutschen Universität. Dafür biete sich doch ein Institut, das expressis verbis für die Psychoanalyse eingerichtet wurde und an dem im Promotionsfach „Psychoanalyse“ promoviert werden könne, für eine derartige Absicht geradezu an. Anna Freud habe viel für den deutschen Zweig der Internationalen psychoanalytischen Vereinigung getan, sei Ehrenmitglied der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung und hätte die Ehrendoktorwürde einer deutschen Universität längst verdient.
Die Kollegen des Instituts fragten sich, würde Anna Freud denn die