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Hierfür seien drei wesentliche Gründe genannt: Erstens beruht die Bedeutung der biographischen Methode für die Psychotherapie und die ärztliche Tätigkeit im allgemeinen auf der kaum bestreitbaren Tatsache, daß Krankheit Teil des menschlichen Lebensprozesses ist und einen Bestandteil darstellt von mißglückter Auseinandersetzung mit sich, seiner Umwelt und seinen Mitmenschen.
Neben der diagnostischen Funktion, der Beurteilung eines Krankheitsprozesses im Zusammenhang der Lebensgeschichte und dessen lebensgeschichtlicher Modifikation, gewinnt die Biographie auch eine eminent prognostische und damit auch eine therapeutische Valenz. Denn entscheidend für das Selbstverständnis des individuellen Menschen ist das Verständnis seiner geschichtlichen Gewordenheit; und über ein vertieftes Selbstverständnis entfaltet sich therapeutische und prognostische Potenz, die aber nicht als eine Extrapolation aus der Vergangenheit mißverstanden werden darf.
Zweitens kann die Beschäftigung mit der Biographie eines Menschen als einer der wichtigsten Wege betrachtet werden, ihn als Ganzheit zu verstehen.