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Das Konzept der Identifikation zieht sich durch die gesamte Arbeit Freuds und seiner Schüler als unentbehrlicher Bestandteil der psychoanalytischen Theorie. Es ist jedoch offensichtlich, daß sein Anwendungsbereich je nach Autor und Ideen variiert und seine Bedeutung folglich keineswegs präzise ist. Mit dieser Arbeit will ich jedoch nicht versuchen, den Begriff zu definieren (bzw. neu zu definieren), sondern den Stellenwert zu überprüfen, den er innerhalb bestimmter Theorien einnimmt. Eine Berücksichtigung aller Theorien würde den Rahmen dieser Arbeit überschreiten.
Wie aus Freuds Briefwechsel mit Fliess (Freud, 1950) und aus seiner Schrift „Die Traumdeutung“ (1900) hervorgeht, entdeckte Freud das Phänomen der Identifizierung in der Hysterie und nannte es hysterische Identifizierung. Er übertrug es, ohne zu zögern, auf Träume und zeigte erneut, daß die Übergänge zwischen Psychopathologie und Psychologie stets fließend sind. In „Trauer und Melancholie“ (1917 e) untersuchte Freud einen anderen Typus von psychopathologischem Mechanismus, den er für ein besonderes Merkmal des melancholischen Anfalls hielt und den er narzißtische Identifizierung nannte.
Eine geniale Intuition während seiner klinischen Arbeit ließ ihn zu der Erkenntnis gelangen, daß die Selbstvorwürfe des Melancholikers im Grunde genommen Vorwürfe gegen eine bedeutungsvolle Person in seinem Leben sind (G. W. 10, S. 434). Daraus folgt, daß in der Melancholie ein zweifach regressiver Prozeß stattfindet: eine Regression von