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In den folgenden Ausführungen soll eine Neuorientierung eines geläufigen psychischen Mechanismus versucht werden. Die Identifizierung hat zu tun mit der Angleichung an einen anderen, aber ihre Reichweite ist eine viel größere. Sie ist mehr als ein Mechanismus. Sie ist eng verbunden mit und macht Gebrauch von ganzen Kohorten psychischer Mechanismen, welche in Tätigkeit treten, um das Individuum in den Zusammenhang mit äußeren Objekten zu integrieren und die dialektische Beziehung zwischen beiden zu stiften. Wir bedürfen dazu der meta-wissenschaftlichen Annahme, daß Identifizierungen einer angeborenen Fähigkeit und einem natürlichen Bedürfnis der species Mensch entspringen, welche biologisch determiniert sind; das trifft besonders auf die projektive Identifikation zu.
Ich bediene mich dabei einer historisch orientierten Darstellung, um die Entwicklung der ursprünglichen Auffassung von der Identifizierung zu einem umfassenderen Bezugssystem psychischer Vorgänge deutlicher hervortreten zu lassen und Überschreitungen spekulativer Art, soweit wie möglich, zu vermeiden. Es erhebt sich sogleich die Frage, welches die Gründe sind, die in der allgemeinen psychoanalytischen Diskussion die ursprüngliche Beschäftigung mit der Identifikation in den Hintergrund haben treten lassen. Man kann fast von einem Verschwinden ihrer Bedeutung in der Literatur sprechen. Wir finden eine