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Schon bei ihrer Entdeckung wurde die Gegenübertragung von Freud (1910d) in einen dynamischen Zusammenhang mit der Übertragung des Patienten gestellt: sie stelle sich „durch den Einfluß des Patienten auf das unbewußte Fühlen des Arztes“ ein. Er betont, „daß jeder Psychoanalytiker nur so weit kommt, als seine eigenen Komplexe und inneren Widerstände es gestatten“ (1910d, S. 108). Daraus ergibt sich für den Analytiker die Notwendigkeit, sich einer Lehranalyse zu unterziehen, um von seinen „blinden Flecken“ befreit zu werden.
Im Zusammenhang mit den wörtlich genommenen behandlungstechnischen Empfehlungen Freuds, die in wirkungsvollen Metaphern - reflektiere wie ein „Spiegel“, sei wie ein „gefühlskalter Chirurg“ - ihren Ausdruck fanden, behielt die „Gegenübertragung“ über Jahrzehnte hinweg eine negative Bedeutung: An der „psychoanalytischen Purifizierung“ (1912e, S. 382), mit dem Ziel, den Patienten unvoreingenommen und wertfrei verstehen zu können, mußte dem Gründer der Psychoanalyse aus Sorge um die Gefährdung der psychoanalytischen Methode durch Mißbrauch ebenso gelegen sein wie aus wissenschaftlichen Gründen. Daß auch nach „Bewältigung“ des entstehenden Einflusses der