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Ich beginne mit einer Fehlleistung. In seiner Autobiographie Won Berlin nach Jerusalem gibt Gershom Scholem, ein Mann, dessen Leben durch Bücher definiert war, überraschend wenig Hinweise auf diejenigen Bücher, die seine Einstellung zur Literatur wie zu seiner jüdischen Identität formen halfen. In Scholems Leben, wie es sich in der gelehrten Welt der Texte abspielt, wird die idealisierte Welt des Juden als einem Gelehrten in einem Deutschland wiedererschaffen, das gerade erst, kurz vor Scholems Geburt 1897, diese Werte des traditionellen Judentums wiederentdeckt hatte. Er schreibt von seiner ersten Begegnung mit solchen Büchern: „Im Bücherschrank meiner Eltern gab es, außer einigen hebräischen Büchern aus der Erbschaft meiner Urgroßeltern … einige hebräische Bücher, die irgendwo in den hinteren Reihen lagen. Sonst entsinne ich mich nur an zwei damals sehr bekannte jüdische Belletristika, den König der Schnorrer von Israel Zangwill und die Sammlung Jüdischer Witze von Hermann Noël.“1 Uber sechzig Jahre lang begleiteten diese beiden Titel Scholem als die ersten beiden jüdischen Bücher, die er gelesen hatte. Zangwills komische Erzählungen über das Londoner Judentum wurden schon kurz nach ihrer Veröffentlichung im Jahre 1894 als Klassiker unter den europäischen Juden bekannt. Sie lieferten eine komisehe