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„Hier irrte Freud“ so heißt ein Buch eines Psychologen namens Eschenröder. Dieses Werk gab offenbar dem Spiegelredakteur Herrn K. Franke Anlaß, einen zwölf Seiten langen Artikel zu verfassen, in dem zusammengetragen wird, was etliche Autoren in den letzten Jahren kritisch über Sigmund Freud geschrieben haben. Vielleicht lohnt es sich, einige dieser kritischen Äußerungen, die übrigens keine konstruktive, sondern eine rein destruktive Absicht verfolgen, kurz zu beleuchten. Ich schreibe „vielleicht“, weil das, was ich anführen werde, für die meisten Spiegelleser und Anverwandte, so schätze ich, nicht sehr amüsant sein dürfte, denn es entbehrt der Pikanterie, es ist nichts Sensationelles, kurzum, es wird kaum affektive Reaktionen auslösen, wie es der Spiegel-Artikel sicher tut, denn welcher Leser zollt nicht Beifall und fühlt sich nicht befriedigt, wenn ihm gezeigt wird, daß die Psychoanalyse, dereinst als Produkt einer verkommenen, zersetzend wirkenden jüdischen Geistigkeit denunziert, als Wissenschaft abgewirtschaftet hat und wenn sie heute nur noch als (so der Nobelpreisträger P. Medawar) „horrendeste Bauernfängerei des 20. Jahrhunderts“ gelten kann.
Doch zur Sache:
ad 1) Gehirnforscher, so lesen wir, sehen in der Einteilung der Seele in Ich, Es und Überich eine „Primitivkonstruktion“. Ja und? Eine solche Einteilung hat zum einen nichts mit der „anatomischen“ bzw. „physiologischen“ Struktur des Gehirns zu tun, vielmehr ist sie eine Art, sich über verschiedene „seelische“ Funktionen zu verständigen. Z. B. werden