You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Zwei Männer haben in der Frühzeit der Psychoanalyse großen Einfluß auf Sigmund Freud und die Entwicklung seines Werkes gehabt: Josef Breuer und Wilhelm Fließ. Fließ hat in den 90er Jahren Breuer als Mentor und Gesprächspartner des jungen Freud abgelöst. Das historische Interesse an Breuer wie Fließ richtet sich in erster Linie auf ihre jeweilige Beziehung zu Freud. Nun wissen wir aber, daß beide auch direkt miteinander zu tun hatten und in Briefverkehr standen. Dies hatte schon 1950, eher beiläufig, Ernst Kris erwähnt,1 und wenig später hatte Ernest Jones aus diesem Schriftwechsel zitiert.2 Max Schur3 erwähnte dann, daß Briefe Breuers mit denen Freuds auf Marie Bonaparte gekommen waren. So durfte man immerhin hoffen, diese Briefe würden erhalten bleiben und dereinst der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich sein. Früher als erwartet können sie nunmehr vorgelegt werden.
Zwar enthalten sie gewiß keine Sensationen, keine neuen Überlegungen psychologischer Art, nichts über die „kathartische Methode“, über Freud kaum mehr als jene längst bekannte „ornithologische Bemerkung“4 und über die Zusammenarbeit zwischen Breuer und Freud und ihre schließliche Entfremdung oder über die „Studien über Hysterie“