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Ganz im Sinne des Themas des Hamburger Kongresses gilt für Freud, daß ihm verschiedenste Identifikationsfiguren und Vorbilder innerhalb und außerhalb seiner Familie, Kultur und Gesellschaft zur Verfügung standen. Er identifizierte sich nicht nur mit Eltern und Geschwistern, sondern auch mit Autoren und Lehrern sowie mit genialen Persönlichkeiten, die für ihn von besonderer Bedeutung waren, wie beispielsweise Goethe, Shakespeare oder Sophokles. Freuds Identifikationen umfassen biblische Gestalten (aus dem Alten Testament) wie Salomo, Joseph und Moses, aber auch Hamlet und Ödipus. Besonders bemerkenswert ist die Reichhaltigkeit und Spannbreite von Freuds Identifikationen, ebenso bemerkenswert aber auch Freuds Fähigkeit zur selektiven Diskrimination und Synthese verschiedenster Identifikationen. Freud mußte sich mit der Identifikation mit seinen Eltern auseinandersetzen, d. h. der Identifikation mit entwerteten Juden in einer antisemitischen Kultur, einer Kultur, die seinen Vater dazu zwang, eine Toleranzsteuer zu entrichten. Jeder Analytiker weiß, wie Freud reagierte, als sein Vater auf der Straße als Jude erkannt und dazu genötigt wurde, den Gehweg zu verlassen. Aus Freuds Autobiographie (1925) geht hervor, daß der Antisemitismus nicht nur bei der ignoranten und ungebildeten Masse anzutreffen war. Unmittelbar nach der Erwähnung von Goethes schönem Essay über die Natur (der offensichtlich nicht von Goethe, sondern von G. C. Tobler stammt) beschreibt Freud seine antisemitischen Erfahrungen