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Am 23. Juli 1895 trifft Freud mit seiner Familie - seiner schwangeren Frau und seinen fünf Kindern - auf der „Bellevue“ ein, einem Haus, das heute leider nicht mehr steht und das seinerzeit in dem Ruf stand, daß es in ihm besonders vergnüglich-unterhaltsam („freudisch“) zugehe. Das Haus lag auf einem kühlen, grünenden Hügel oberhalb Wiens, das in dieser Jahreszeit durch die Hitze unerträglich ist. Der Name „Belle Vue“ war in zwei Wörtern an der Fassade dieses Gasthauses zu lesen. Durch seinen Signifikanten (einem französischen Substantiv) und durch sein Signifikat (die Franzosen gelten damals als die Voyeure par excellence) ruft dieses Wort in Freud die Erinnerung wach an seine Zeit in Paris, wo er einst in der Salpetriere Charcots stark besuchten Demonstrationen hysterischer Anfälle gefolgt war. Der im Deutschen meist getrennt geschriebene Name („Belle Vue“ statt „Bellevue“) lieferte den ganz aktuellen Tagesrest für den Traum, den Freud in der Nacht nach seiner Ankunft hat: Er träumt, daß er eine an Hysterie leidende Patientin, Irma, untersucht, und daß dabei ihr weitgeöffneter Mund, ihr Hals und ihre Nasenmuscheln seinem „Blick“ ausgesetzt sind, wobei er, vielleicht um den diesbezüglichen Vorstellungen seines Freundes Fließ gebührend o Rechnung zu tragen, durch eine Assoziation von Nase und Genitalien die spermabefleckte Vagina dieser jungen Witwe „erblickt“ - jener Anna Hammerschlag-Lichtheim, die sich seit dem Tode ihres Mannes in Wirklichkeit zwar in Enthaltsamkeit übt, jedoch schwer an ihrer