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Ein bisher unbekannt gebliebenes Feuilleton zu Freuds „Traumdeutung“ (1900a) mit dem Titel „Das Seelenleben im Traum“ (1900) aus der Feder Emma Ecksteins hat mein Freund Johannes Reichmayr - ihm sei für die Überlassung dieses Fundes herzlich gedankt - kürzlich in der in Wien erscheinenden „Arbeiterzeitung“ vom 21. Oktober 1900 entdeckt. Der Name der Autorin ebenso wie die Qualität des Textes, der mit einem - gemessen am Zeitpunkt der Veröffentlichung - erstaunlichen Verständnis für die Sache, zugleich dem Zeitungsleser faßbar dargestellt, die Grundgedanken von Freuds „Traumbuch“ vermittelt, rechtfertigen die Beschäftigung mit dieser Arbeit. Sie ist ein beachtenswertes Dokument zur Rezeption der Psychoanalyse in den Anfängen.
Es folgt zunächst der Abdruck des originalen Textes, mit freundlicher Erlaubnis der „Arbeiterzeitung“ Wien.
Jedermann hat sich mehr oder weniger gemüht, die eigenen Träume zu deuten, ihnen einen Sinn zu geben, und jeder weiß, wie selten das gelingt. In was für tolle Situationen sind wir oft im Traum gebracht, was für grausame Handlungen läßt uns der Traum kaltblütig begehen! Wir sprechen wie oft mit einem Menschen, der zusehends sich in eine andere Person verwandelt, oder wir befinden uns in einer Gegend, die wir stückweise als vertraut erkennen, und wundern uns nicht, wenn wir