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Die endliche und die unendliche Analyse (1937) ist ein Aufsatz von großer Tiefe des Gedankengangs und Breite des Horizonts. Er wurde von Freud im Alter von 80 Jahren geschrieben, in einer Phase, in der sich seine eigene analytische Arbeit und sein Leben dem Ende näherten. Die Entstehungszeit des Textes war geprägt von der zunehmenden nationalsozialistischen Verfolgung, der wachsenden Drohung von Krieg und Massenvernichtung und der immer unabweisbareren Notwendigkeit, die Emigration ins Auge zu fassen. Vor diesem düsteren Hintergrund dachte Freud über den Marienbader Kongreß des Vorjahres nach. Dort waren der analytische Heilungsprozeß und die therapeutische Wirkung der Psychoanalyse erörtert worden. Freud nun beschäftigte sich mit dem Gegenteil der Heilung, d. h. mit dem analytischen Widerstand und den Hindernissen, die das Fortschreiten und die Beendigung einer Analyse erschweren oder unmöglich machen. Der ganze Aufsatz ist in vieler Hinsicht eine Konfrontation mit der nüchternen Realität der klinischen Psychoanalyse, die durch ein pessimistisches Prisma, ein dunkles Vergrößerungsglas betrachtet wird. Freud gibt darin eine Summe seiner analytischen Erfahrungen und Überlegungen, ausgehend von einer sorgfältigen Problembeschreibung, die in einem, verglichen mit der positiven und optimistischen Färbung seiner früheren Äußerungen über therapeutische Resultate, entschieden negativen Ton gehalten ist. Er führt ältere Formulierungen an (Freud 1937a, S. 67), die gefordert hatten, daß eine analytische Heilung sich „als dauernd bewähre“ und daß „eine neuerliche Erkrankung sich nicht als Wiederbelebung der früheren Triebstörung in neuen Ausdrucksformen erweise“. Im weiteren Fortgang verabschiedet