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Herr Bundespräsident, Meine Damen und Herren:
Es ist eine Ehre und eine besondere Freude, an diesem besonderen Tag vor Ihnen zu stehen und den Geburtstag eines Mannes zu bedenken, der unsere Auffassung und unser Verständnis der menschlichen Seele so fundamental beeinflußt und geändert hat. Wir können heute mit Überzeugung erklären, daß Freud in seiner Arbeit uns eine neue Möglichkeit in der Humanisierung des menschlichen Lebens dargestellt hat. Trotz dieser erregenden und erhabenen Einsichten in die Möglichkeiten der menschlichen Würde und der Pflege ihrer ökologischen Erhaltungs-Bedingungen, können wir nicht umhin, seine Warnung und skeptische Ansicht der menschlichen Natur zu hören und ernst zu nehmen. Seine erste, wenn auch milde Warnung faßte er in den Worten zusammen: „Die Stimme des Intellekts ist leise“.1 In den 20er Jahren, als er diese