You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der Begriff „Konversion“ geht auf S. Freud (1894) zurück; er verstand darunter die Umsetzung eines seelischen Konflikts in körperliche Symptome. Konversionssymptome sind in die „Körpersprache“ übersetzte und durch somatische Erscheinungen symbolisierte unbewußte Phantasien, Wunschvorstellungen oder Erinnerungen, die vom Bewußtsein nicht zugelassen werden können und deshalb durch Verdrängung abgewehrt werden müssen. S. Freud (1908) setzte Konversions- und hysterische Symptome gleich, in denen er „nichts anderes“ sah, „als die durch ‚Konversion‘ zur Darstellung gebrachten unbewußten Phantasien“. Entsprechend seiner ökonomisch-dynamischen Konzeption hatte Freud die Vorstellung, daß die Konversion auf einer Umwandlung von libidinöser Energie beruht, die von der verdrängten Vorsteilung abgetrennt und in somatische Innervation konvertiert wird; letztere äußere sich dann in motorischen oder sensiblen Störungen wie Lähmungen, Zittern, Krämpfen, abnormen Bewegungen, Anaesthesien oder Hyperaesthesien bis zu Schmerzen.
Es handelt sich bei konversionsneurotischen Erscheinungen immer um funktionelle organiscbe Symptome ohne pathologisch-anatomisches Substrat. Bedeutsam ist, daß unbewußte Konflikte durch die Konversion körperlich so zur Darstellung gebracht werden - sehr häufig in äußerst dramatischer und gut inszenierter Form -, daß sie für andere wahrnehmbar werden. Das Konversionssymptom füllt somit eine Appellfunktion aus, „un appel sans cri“ (Ajuriaguerra 1972).