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Das Trauerspiel schöpft künstlerisch die historische Idee der Wiederholung aus.
Walter Benjamin
„Trauerspiel und Tragödie“
Als meine Mutter starb, war ich noch nicht geboren.
Carlos Saura
Cria Cuervos
Selbst Jones gibt sich zurückhaltend: „… was man eher unglücklich das unbewußte Schuldgefühl nennt …“. Ab 1924 entscheidet sich Freud, „dieser ohnehin psychologisch inkorrekten Benennung“1 zu entsagen. Der Begriff des unbewußten Schuldgefühles2 überlebte nur ein Jahr, und wir wissen, wie sparsam die Nach-Freudianer damit umgehen.
Im letzten Kapitel von Das Ich und das Es erscheint das unbewußte Schuldgefühl sowohl als Wendepunkt der negativen therapeutischen Reaktion und der Schicksalsneurosen, wie als Brückenschlag, der zu den theoretischen Konstruktionen der zweiten Topik hinüberführt, die das unbewußte Schuldgefühl rechtfertigen und größtenteils begründen. Kurz nachdem es verkündet wurde, gleitet in Freuds Werk das unbewußte Schuldgefühl ins Abseits, was das dramatische Problem seiner Interpretation insgesamt offen und ungelöst läßt. Im Jahre 1923 zentrieren sich um das unbewußte Schuldgefühl die wichtigsten Themen, mit denen sich die Freudschen Arbeiten seit 1920 auseinandersetzen: die