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Zum Gedenken an Gerhard Maetze und seinen Arbeitskreis für angewandte Psychoanalyse
Wilhelm Fließ macht in der Wissenschaftsgeschichte eine etwas unglückliche Figur. Er hat darin einen festen Platz - aber nicht so sehr aufgrund seiner eigenen Leistung, sondern weil er einen berühmteren Freund in der dramatischsten Phase von dessen Entwicklung begleitet hat. Freud, dem innovativen und schulbildenden Forscher, verdankt er das Gros der Aufmerksamkeit, die ihm die Nachwelt zuwendet. Die Tatsache, daß sein wissenschaftliches Werk, deutlicher als in vergleichbaren Fällen wie etwa dem Josef Breuers, von einer eher begrenzten Begabung zeugt, hat dazu geführt, daß viele Historiker (z.B. Kris, 1950; Jones, 1953; Schur, 1972; Anzieu, 1975) die jahrelange, intensive Beziehung von Freud zu Fließ im wesentlichen als ein Rätsel ansehen, das nur aus tiefen irrationalen Bedürfnissen zu erklären ist. Neuere Versuche, den intellektuellen Rangabstand zwischen den beiden Männern herunterzuspielen (Sulloway, 1979), sind andererseits so übertrieben, daß sie die reale Person von Fließ kaum weniger verfehlen.
Im Kern ist dieses Schicksal wohl unvermeidlich, seine Härte die der sozialen Wirklichkeit. Am Rande jedoch beruht es auch auf einer einsei