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Wegen der interessanten Übereinstimmung zwischen apokalyptischen Phantasien in der psychiatrischen und psychoanalytischen Praxis einerseits und in den religiösen kanonisierten und nicht kanonisierten Schriften andererseits, lassen sich an diesem Beispiel die Verbindungen zwischen Individual- und Gruppenpsychologie untersuchen. Ich möchte auf einige wenige Archetypen aufmerksam machen, die beiden gemeinsam sind und das Verstehen auch weniger explizit apokalyptischer Komplexe erleichtern.
In der religiösen Literatur wird mit Apokalypse eine bestimmte Art von Literatur bezeichnet, die sich mit der geschichtlichen Entwicklung - Gegenwart und Zukunft - des Universums befaßt und durch spezifische Strukturen charakterisiert ist. So verschieden die Apokalypsen sind, zwei Aspekte finden sich bei allen: Sie beschreiben erstens den aktuellen Konflikt zwischen den Kräften des Bösen und des Guten, indem letztlich das Gute trotz einer anfänglichen Niederlage siegt; mit diesem Sieg geht zweitens das gegenwärtige Zeitalter zu Ende und ein erhabenes neues des Friedens und der Harmonie bricht an. Meist greift zusätzlich drittens eine messianische Gestalt in das Geschehen ein, die den Sieg des Guten sichert und der Künder des neuen Zeitalters ist; dieses Wissen wird viertens durch eine Offenbarung gewonnen, die dem ganzen Ge