You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Von ärztlicher Orthodoxie zu sprechen heißt zweifelsohne, sich auf die den Ärzten auferlegte Strenge ihrer Verhaltensregeln zu beziehen, und sie zu ermuntern, deren Prinzipien zu befolgen, die in ebensolch strengen Vorschriften niedergelegt sind wie jene, die die religiösen Praktiken von Gläubigen bestimmen, welche einer Religion angehören und den absoluten Wert dieser Riten anerkennen, die sie als wesentlich erachten, um der Konfession anzugehören, die sie ehren.
Aus diesem eher mystischen Kontext heraus sind - zumindest in meinem Land - oft andere Worte und andere Konzepte im Gebrauch. Man verwendet in der Tat drei Worte, deren Sinn ich jetzt wünsche, so genau wie möglich wiederzugeben: die Deontologie, die Moral und die Ethik …
Die Deontologie ist ein Kodex, welcher die Verhaltensregeln im Umgang mit dem Kranken und seiner Familie wie mit anderen Mitgliedern der Heilberufe, insbesondere den Ärzten, bestimmt: z. B. verbietet eine wohlbekannte Regel, einen Kranken zu behandeln, der bereits bei einem anderen Arzt in Behandlung ist, ohne dessen Einwilligung eingeholt zu haben, oder ohne dessen Familie darauf hingewiesen zu haben, daß er nur tätig werden kann, wenn diese ihren Wunsch klar zu erkennen gibt, einen neuen Arzt zu Rate ziehen zu wollen, um über eine andere Ansicht zu verfügen, oder um den Behandler zu wechseln. Die Aufteilung der Honorare zum Nachteil der Familie ist ebenfalls verboten. Diese Beispiele sind wohlbekannt und definieren einen Kodex des guten Betragens.
Die Moral wird in der ärztlichen Praxis wie ein ehrliches Verhalten der Mediziner gegenüber allem, was die Ausübung ihres Berufes, aber