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Sigmund Freud war 67 Jahre alt, als der Mundhöhlenkrebs, seine Krankheit zum Tode, bei ihm diagnostiziert wurde. Fast wäre die erste Operation, die durchgeführt werden mußte, sein Tod geworden: In der Nacht nach dem Eingriff trat eine massive Blutung auf. Freud war nicht in der Lage, Hilfe zu holen. Einem zwergwüchsigen Cretin, der mit ihm das Zimmer teilte, gelang dies. Ihm verdankte Freud das Überleben.
Nach dieser Operation, es war die erste von 33 Operationen, denen sich Freud im Mundhöhlenbereich bis zum Tode unterziehen mußte, erfolgte noch im selben Jahr die zweite. Der Chirurg entschloß sich, das kranke Gewebe so radikal wie möglich zu entfernen. Dem Messer fielen der harte Gaumen und Teile des weichen Gaumens zum Opfer, so daß die Trennwand zwischen Mund- und Nasenhöhle wegfiel. Die Folgen für den Patienten waren schrecklich und weittragend. Der entstandene Defekt mußte mit einer Prothese verschlossen werden. Sie erschwerte den Essensvorgang in einem solchen Maße, daß Freud es zukünftig vorzog, alleine zu essen. Auch das Sprechen war sehr erschwert, undeutlich-nasal und je nach Zustand des Operationsfeldes und Sitz der Prothese zeitweise kaum verständlich. Öffentliches Reden war ihm daher von nun an unmöglich. Das bedeutete, daß er darauf verzichten mußte, wie bisher die psychoanalytischen Kongresse zu besuchen. Wie schwer die Veränderung im Mundbereich zeitweise war, zeigt die Tatsache, daß Freud sich, um eine Zigarre zwischen die Zähne zu schieben, das Gebiß mit einer Wäscheklammer aufstoßen mußte. Medizinisch gesehen führte die Prothese zu nichtendenden Sekundärkrankheiten im Mund-Nasen-Bereich. Sie reizte die Mundschleimhaut und rief Entzündungen und Geschwüre