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Der Titel dieser Arbeit wurde mir als Grundlage für eine Rede vor einem professionellen, an Psychoanalyse interessierten Publikum vorgeschlagen. Ich übernahm diese Aufgabe, weil sie mir ebenso faszinierend wie schwierig schien. Meine erste Reaktion war jedoch, daß, wenn ich die Stellung der Aggression innerhalb der Triebtheorie betonen würde, die mit der Psychoanalyse Vertrauteren mir entgegenhalten würden, daß triebtheoretische Annahmen nicht mehr als gesichert gelten könnten und in der theoretischen Diskussion allmählich durch Objektbeziehungen ersetzt werden müßten. Andere würden der Meinung sein, daß schon das Verstehen der Sexualität uns immer noch genügend Schwierigkeiten macht; und der Todestrieb…, das sei ein kontroverses Thema, welches die Psychoanalytiker seit über einem halben Jahrhundert spaltet.
In Anbetracht der Aufgabe, daß ich in weniger als einer Stunde Themen, die von äußerst zentraler Bedeutung für unser seelisches Funktionieren sind, diskutieren sollte, hielt ich es für besser, einen kurzen Überblick darüber zu geben, was nach meiner persönlichen Meinung von theoretischer Relevanz für dieses Gebiet ist, anstatt eine Übersicht über die Literatur zu versuchen, die unvermeidlich unbefriedigend und unvollständig bleiben müßte.
Zur Eröffnung des 27. Internationalen Psychoanalytischen Kongresses in Wien 1971, dessen Hauptthema „Aggression“ war, hatte der damalige Präsident Leo Rangell folgendes gesagt: „Aber wie heftig auch gegen die Enthüllung der tabuierten Seiten des Liebestriebes gekämpft worden ist,