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Auch wenn ich mit dieser Arbeit den Eindruck erwecken könnte, Freud und seinem Werk gegenüber sehr kritisch eingestellt zu sein, möchte ich doch mit Nachdruck betonen, daß meine Hochschätzung und Bewunderung für den genialen Schöpfer der Psychoanalyse uneingeschränkt bestehen bleibt. Meine Kritik gilt ausschließlich einigen seiner Theorien zur Weiblichkeit.
So wollte es mir nie recht einleuchten, weshalb die eine Hälfte der Menschheit von Neid gepeinigt und durch ihn auch noch charakterlich geprägt, respektive deformiert sein sollte, die andere Hälfte aber nur in vermindertem Maße davon betroffen sei. Dieser unterschiedlichen Beurteilung von Mann und Frau bin ich nachgegangen und komme nach eingehender Prüfung klinischen Materials sowie verschiedener psychoanalytischer, anthropologischer, literarischer und ethnologischer Schriften zu dem Schluß, daß der in der Psychoanalyse zwar vielerorts erörterte, jedoch auffallend vernachlässigte Uterusneid des Mannes in keiner Weise dem bei der Frau immer wieder betonten Penisneid nachsteht.1 Meines Erachtens muß angenommen werden, daß der Uterusneid sowohl ubiquitär ist, als auch eine autochthone Entwicklung in der Psyche des Mannes darstellt und zudem eine nicht zu unterschätzende Rolle in der Entwicklung der Aggression spielt. In der psychoanalytischen Literatur ist der Uterusneid mehrfach behandelt worden, entweder als Aspekt des