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Der klinische Masochismus ist eines der wichtigsten, doch auch schwierigsten, oft rätselhaften Probleme in der psychoanalytischen und psychotherapeutischen Praxis. Es gibt wohl kaum einen Patienten, bei dem wir nicht dieses unbewußte Bedürfnis als ein hauptsächliches Motiv antreffen, Leiden und Schmerz zu suchen und so seine Chancen und seinen Erfolg zu sabotieren, in der Hoffnung, auf diese Weise Liebe und Respekt zu erreichen. „Masochismus bedeutet, jemand zu lieben, der mit Haß und Mißhandlung antwortet“ (Berliner, 1947).
Brenners Ansicht nach „läßt sich Masochismus am besten als eine Annahme von Schmerz und Leiden als Bedingung für libidinöse Befriedigung definieren, ob bewußt, unbewußt oder beides … Selbstauferlegte Unlust ist für das Kind ein Mittel, Objektverlust, Liebesverlust oder Kastration durch die Besänftigung (appeasing) der Eltern zu vermeiden, oder er ist ein Mittel, ihre Liebe zu gewinnen, oder er ist beides zugleich … Masochismus spielt eine gewichtige Rolle in der normalen Bildung und Funktion des Über-Ichs“ .
Wir können jedoch kaum schon von Masochismus sprechen, wenn ein solches Leiden nicht auch offenkundig eine sexuelle Mitbedeutung besitzt. Dabei scheint diese erotische Qualität zunächst oft abwesend zu sein; doch erbringt die tiefere Erprobung der Phänomene einer scheinbar nicht-sexuellen Suche nach Leiden gewöhnlich reichlich Evidenz für eine derartige sexuelle, oder zumindest sinnliche (sensual) Bedeutung. Es ist auch klar, daß der Begriff „Masochismus“ rein beschreibend ist. Als solcher erklärt er noch gar nichts. Die Arbeit beginnt damit; sie kann nicht dabei stehen bleiben. Die mit diesem Wort umschriebenen Phänomene